Details zum Stück
Die Frau Klaudia Reichenbacher
Krapp Michael Merkusch
Stimme Prolog und Epilog: Alexander Mitterer
Inszenierung, Bühne: Klaudia Reichenbacher
Coaching: Alexander Mitterer
Dramaturgie: K. Reichenbacher und Michael Merkusch
Musik und Klänge: Michael Merkusch
Lichtdesign/ Technik: Tom Bergner
Produktionsleitung: Klaudia Reichenbacher
Aufführungsrechte: Suhrkamp Verlag
Aufführungstermine
17., 18., 19., 20. und 21. November 2010, jeweils um 20 Uhr im TTZ, Tanz-und Theaterzentrum Graz, Viktor Franz Str.9, 8051 Graz
Info und Kartenreservierungen
0681 / 102 67 208 oder info@theaterkaendace.at
Kartenpreis 15,- Euro, erm. 10,- Euro
Lesen Sie die Kritiken zu diesem Stück. |
|
Peter Handke
Bis daß der Tag euch scheidet
oder Eine Frage des Lichts
Ein Monolog.
Peter Handkes Monolog (UA Salzbg. Festspiele 2009) ist ein "Echo" auf Becketts "Das letzte Band" und umkreist, wie Becketts Stück über den einsamen Dichter Krapp, ebenfalls ".... jene Nachtstunde im Boot inmitten des stillen Schilfs unter den schweigenden Sternen", die Verheißung einer großen Liebe, vor deren Lebendigkeit der Mann aber reißaus nahm und sich in seiner bedeutenden Existenz als Dichter verschanzte, und damit in seiner Kunstverschriebenheit eine ganz und gar unromantische Einsamkeit wählte.
  
Und obwohl Handke der Frau eine Stimme gibt, und damit die weibliche Sicht auf die Egozentrik der Dichterfigur/ des Künstlers in anklagende, abrechnende Gefühlsbilder packt, spricht sie nicht so sehr von sich selbst, als doch wieder von ihm, den sie umkreist und dessen Nachhall sie lediglich ist.
"Zu zweit warst du falsch, klangst du falsch. Nur allein hast du existiert."
Handkes ungemein poetischer Text ist dabei voll Einsicht über die Schuld der Geschlechter in ihrem Verhältnis zueinander.
  
Die Inszenierung zeigt beide Figuren - Becketts "Dichter Krapp" und Handkes "Frau" - in einer Zwischenwelt, einem Purgatorium, einem Läuterungsort der Seele, isoliert voneinander, aber bezogen aufeinander in ihrem reflektierenden Erinnern.
  
Den Dichter und Töneforscher Krapp, zu Lebzeiten hilflos eingekerkert in sich selbst und die Frau, die emotional Lebendige, die erst nach dem Tod Worte voll des fröhlichen Zorns für die fehlgeschlagenen Versuche eines erfüllten, gemeinsamen Lebens findet und damit auch eine Veränderung bewirkt.
Ein Stück über gescheiterte Zweisamkeit, wo Innenräume zwar aneinander grenzen, sich letztendlich aber nicht durchdringen. Anklagend, verspielt und von zeitloser Poesie umgesetzt im Zusammenspiel von Sprache, Tanz, Klang und Licht.
Lesen Sie die Kritiken zu diesem Stück.
|