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"Klatscht in die Hände, tanz den Peter Handke"
Theater Kaendace verehrt Peter Handke die Umsetzung seines Monologs "Bis daß der Tag euch scheidet"
Peter Handkes Monolog ist ein eindrucksvoller Text, in dem der Dichter eine seiner großen Stärken feiert: die bedingungslose Selbstbeobachtung und -entblößung. (…)
Daraus wird nicht weniger als eine umfassende Autorenbeschimpfung, auch wenn es um den Menschen Handke geht. Die beiden lassen sich hier eben nur schwer auseinanderdividieren.
Ein guter Grund "Bis daß der Tag euch scheidet" in jener zarten Genauigkeit und gänzlich ironiefrei auf die Bühne zu bringen, wie es das Theater Kaendace tut.
Klaudia Reichenbacher spricht und tanzt den Text, der teilweise auch vom Tonband in den Raum getragen wird. Den Mann im Nebenraum der Erinnerung repräsentiert Michael Merkusch, der die poetisch-repetative Musik zur Inszenierung beigesteuert hat. Seine Komposition wird dennoch nicht live dargebracht, sie kommt als Erinnerung und Verinnerlichung des Musikers ebenfalls vom Band. Der Mann bleibt damit immer auf Distanz, seine Musik ist immer da, doch sie spricht nicht direkt, interagiert nicht mit der Frau.
Schlüssig schmiegt sich dieses Konzept an den Text, fast zu schlüssig, denn es macht trotz der Leichtigkeit in Reichenbachers Bewegung die Schwere der Handke-Worte auf allen Ebenen der Umsetzung spürbar. Und es wuchtet die ganze Textgewalt auf die Schultern der Darstellerin, die diese in überlegtes, aber doch nicht überlegenes Spiel faßt. Dabei hätte man sich gewünscht, daß sie des Dichters hehres Wortreich einmal richtig an die Wand spielt.
Hermann Götz, Falter 47/ 10 Seite 51 Nov. 2010
"Nachhall auf eine einsame Liebe"
Michael Merkusch als schrullig tiefschürfender Schriftsteller Krapp bleibt in der Produktion vom Theater Kaendace im TTZ zwischen Bananen und Tonbändern ein englisch hauchender Schatten. Denn Peter Handkes (…) "Bis daß der Tag euch scheidet" ist das posthume Echo auf Samuel Becketts "Das letzte Band". Das stimmt Klaudia Reichenbacher mit schlichten Tanzfiguren als widerstreitenden Nachhall an, als luftige Liebeserklärung und bodenständige Anklage. Aus der namenlosen Geliebten mausert sich eine Frau mit Konturen, die auf die "heitere Illusionslosigkeit" vom einsamen Kauz Krapp einen Kontrapunkt mit "fröhlichem Zorn" setzt und Handkes weiblicher Handschrift selbstbewusste Gestalt verleiht.
Alexander Mitterer als Stimme aus dem Off rundet den nachdenklichen Abend ab."
Elisabeth Willgruber Spitz, Kleine Zeitung, 19. Nov. 2010
"Lebendige Frauenstatue" (…)
"Über die Emotionalität von Körperchoreografien schafft es Klaudia Reichenbacher
(als Regisseurin und Darstellerin), dieser Figur dann doch einen ganz eigenständigen Aspekt des Ausdrucks abzuringen. Dieser wiederum geht mit den wunderbaren Klangwelten von Michael Merkusch, der auf der Bühne auch die Rolle des Künstlers einnimmt, durchaus interessante Assoziationen ein."
Christoph Hartner, Kronen Zeitung, 19. Nov. 2010 |